Ende Februar berichtete die WELT über eine Befragung zur Akzeptanz von KI-Agenten im Einkauf. Das Ergebnis war gespalten und fiel je nach Alter und Geschlecht unterschiedlich aus. Eine Mehrheit muss vom Nutzen erst überzeugt werden.

Die Akzeptanzfrage ist die eine Seite. Die andere ist technischer Natur und für Händler kurzfristig wichtiger: Wenn ein Programm ein Produkt auswählt, gelten andere Kriterien als beim menschlichen Kunden. Bildsprache, Layout und Vertrauenssignale auf der Seite verlieren an Bedeutung. Maschinenlesbare Daten gewinnen.

Woran ein Agent einen Artikel erkennt

Ein Einkaufsagent gleicht Anforderungen mit Produktdaten ab. Dafür braucht er eindeutige Werte, keine Beschreibungstexte:

  • GTIN oder EAN, Herstellernummer und Marke, sauber getrennt in eigenen Feldern
  • normierte Maße und Einheiten statt Angaben wie circa oder je nach Ausführung
  • Preis inklusive Versandkosten und Lieferzeit, abrufbar ohne Klickstrecke
  • Verfügbarkeit als Zahl, nicht als Ampelgrafik

Fehlen diese Werte, fällt das Angebot aus dem Vergleich, bevor ein Mensch es je sieht.

Strukturierte Daten sind kein SEO-Thema mehr

Produktauszeichnungen nach schema.org waren bisher vor allem ein Mittel, um in der Suche mit Preis und Bewertung dargestellt zu werden. Sie sind inzwischen die Schnittstelle, über die automatisierte Systeme ein Angebot überhaupt erfassen. Wer Produkt, Angebot, Verfügbarkeit und Versandkosten korrekt auszeichnet, ist maschinell auswertbar. Wer die Daten nur im HTML-Text führt, ist es nicht.

Dasselbe gilt für Feeds. Ein gepflegter Produktdatenfeed, der Attribute vollständig und normiert enthält, ist derzeit die verlässlichste Grundlage für alles, was außerhalb des eigenen Shops passiert.

Vier Punkte für die nächsten Monate

  • Prüfen, ob Ihr Shop für jedes Produkt ein vollständiges Structured-Data-Objekt ausliefert, inklusive Preis, Währung, Verfügbarkeit und Versandkosten.
  • Attribute in der Warenwirtschaft normieren. Einheiten und Schreibweisen vereinheitlichen, Freitext reduzieren.
  • Lieferzeiten aus dem Bestandssystem berechnen statt sie pauschal zu setzen.
  • Eine technisch saubere Produkt-API oder zumindest einen aktuellen Feed bereitstellen.

Einordnung

Ob Kunden ihren Einkauf tatsächlich in größerem Umfang an Software delegieren, ist offen. Die Vorarbeit lohnt sich unabhängig davon, weil dieselben Daten auch Preisvergleiche, Marktplatzlistings und die klassische Suche verbessern. Es handelt sich nicht um eine Wette auf einen Trend, sondern um Datenqualität, die sich ohnehin auszahlt.

Quellen:
IT Finanzmagazin (Unzer-Pressemitteilung): Verbraucher wünschen sich KI-Co-Piloten beim Einkaufen – aber keinen Autopiloten, 02.03.2026
Google Search Central: Merchant listing (Product, Offer) structured data, abgerufen am 27.09.2026
WELT (dpa): KI-Agenten im Einkauf spalten Generationen und Geschlechter, 27.02.2026