Das vierte Quartal macht in vielen Handelsbetrieben einen erheblichen Teil des Jahresumsatzes aus. Die Vorbereitung dafür findet im August und September statt, nicht im November.
Der folgende Fahrplan beschreibt die Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt hat. Er ist keine vollständige Liste, sondern eine Priorisierung nach Vorlaufzeit.
Bis Ende August
- Bestellmengen für Saisonware festlegen. Grundlage sind Absatz und Lagerreichweite der Vorjahre, nicht das Bauchgefühl. Lieferzeiten aus Asien liegen je nach Warengruppe bei mehreren Wochen.
- Lieferantenzusagen schriftlich fixieren, inklusive Liefertermin und Reaktion bei Verzug.
- Preisstruktur und Aktionsplanung festlegen. Wer im November improvisiert, verschenkt Marge.
Bis Mitte September
- Lagerlogistik prüfen: Packplätze, Verpackungsmaterial, Personalplanung für die Spitzenwochen. Aushilfen werden jetzt gesucht, nicht im November.
- Versanddienstleister ansprechen. Mengenprognose abgeben und Konditionen klären. Kurzfristige Volumensprünge ohne Ankündigung führen zu Problemen bei der Abholung.
- Produktdaten für Saisonartikel vervollständigen. Bilder, Attribute, Beschreibungen. Danach ist keine Zeit mehr dafür.
Bis Ende September
- Technischen Lasttest durchführen. Ein Shop, der bei dreifachem Verkehr langsam wird, verliert genau in den umsatzstärksten Stunden.
- Marktplatzlistings prüfen. Bestandsabgleich, Lieferzeitangaben und Versandprofile müssen den Spitzenbedingungen entsprechen.
- Retourenprozess auf die Wochen nach Weihnachten auslegen. Dort entsteht die Arbeitsspitze, nicht im Dezember.
- Kundenservice vorbereiten: Antwortbausteine, Zuständigkeiten, Erreichbarkeit zwischen den Feiertagen.
Was im Oktober zu spät ist
Nachbestellungen bei Lieferanten mit langer Vorlaufzeit, umfangreiche Änderungen an Shop oder Warenwirtschaft, der Wechsel eines Versanddienstleisters und die Einführung neuer Zahlarten. Wer im Oktober noch umbaut, testet im laufenden Geschäft.
Einordnung
Die meisten Probleme im vierten Quartal sind keine Überraschungen. Sie sind bekannte Engpässe, für die im Sommer keine Zeit war. Ein halber Tag Planung im August spart im November mehrere Tage Krisenbewältigung.